Gewässer(-schutz)
Nachhaltige Wasserressourcenbewirtschaftung
Die Ressource Wasser ist im Land Brandenburg ein ambivalentes Gut: zu viel oder zu wenig. Der Nutzungsdruck steigt zudem kontinuierlich. Der Naturschutzbeirat plädiert daher für ein integriertes Wasser-Ressourcenmanagement. Dieses muss in Abstimmung mit verschiedenen Interessen- und Nutzergruppen unter Beachtung folgender Parameter erarbeitet werden:
- Neubewertung von Wasser in Landschaften
- Wassermengenbewirtschaftung optimieren und Risikomanagement etablieren
- Vermeidung der Einbringung unerwünschter Stoffe in den Wasserkreislauf und die Überwachung der Grenzwerte
- Naturressourcen integriert betrachten und Auswirkungen der Nutzung des Untergrunds auf das Wasser beachten
- Erhebungen zum Wasserhaushalt ausweiten und so Wissensstand verbessern – Zusammenarbeit mit regionalen Akteuren
- Förderung der Wassereffizienz durch Bewusstseinsbildung und Mehrfachnutzung
Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist das Landesniedrigwasserkonzept. Das MLUK hat dieses Konzept im Jahr 2021 unter Einbeziehung der Landkreise, kreisfreien Städte und Gewässerunterhaltungsverbände erarbeitet. In 16 Gebietseinheiten werden gemeinsam mit lokalen Akteuren flussgebietsbezogene Niedrigwasserkonzepte entwickelt, die Handlungsmöglichkeiten aufzeigen und Maßnahmen anstoßen.
Messkampagne zur Objektivierung der Diskussion um die Belastung von Söllen mit Pestizidrückständen
Auf der Herbstsitzung 2012 der Naturschutzbeiräte Brandenburgs wurde das Thema der Gefährdung von Kleingewässern auf die Agenda gehoben. Dr. Thomas Kalettka von der Arbeitsgruppe „Kleingewässer in der Agrarlandschaft“ am ZALF Müncheberg hat das Thema durch einen Vortrag zum Thema „Kleingewässer in Brandenburg – Vorkommen, Gefährdung, Schutz“ eingeleitet. Er zeigte auf, dass die durch Stoffeinträge zunehmend gefährdeten Kleingewässer wichtige Hotspots der Artenvielfalt sind, jedoch unter einer Größe von < 50ha nicht unter die Wasserrahmenrichtlinie fallen. Bei der anschließenden Diskussion wurden verschiedene Gegenmaßnahmen diskutiert. Große Probleme bereiten die Pestizidbelastungen der Kleingewässer durch deren Speisung aus den Oberflächenabflüssen der Umgebung und der damit große Eintrag an industriell genutzten Substanzen. Zudem ist zu wenig Wissen über Belastungen und Auswirkungen vorhanden. Dementsprechend entschlossen sich die Naturschutzbeiräte Brandenburgs eine Messkampagne als Grundlage für die Bewertung und Diskussion der derzeitigen Kleingewässersituation zu fordern.
Diese Forderung wurde 2013 vom damaligen Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV) aufgegriffen.
Das BVVG-Seenpaket
Die BVVG (Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft) ist als Unternehmen des Bundes für die Verwaltung, Verpachtung und den Verkauf von Flächen, die ehemals DDR-Flächen waren, im Gebiet der neuen Bundesländer zuständig. Nach jahrelangen Diskussionen über eine mögliche Privatisierung von Gewässern durch den Bund konnten im Jahr 2012 65 Seen durch das Land Brandenburg gekauft werden. Diese sollten abgegeben werden, wobei die Kriterien für die Weitergabe zunächst noch unklar waren. Die Naturschutzbeiräte plädierten für eine möglichst umfangreiche naturschutzfachliche Sicherung der Seen.
Im Jahr 2014 kaufte das Land Brandenburg weitere 51 Gewässer – teilweise mit Gewässerrandstreifen – vom Bund, um deren Verkauf an Privateigentümer zu verhindern und den Zugang für die Öffentlichkeit zu sichern. Das Land bietet den Kommunen und Landkreisen die Gewässer zur Übernahme an. Diese entscheiden nach Übernahme selbst, wie die Seen im Einzelnen genutzt werden sollen. Der jeweilige naturschutzrechtliche Status wird von der Übertragung nicht berührt.